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Untergeschosse, Tiefgaragen und technische Zentralen gegen Überflutung sichern

Facility Management: Flutschutz » Leistungen » bauliche Maßnahmen » Schutz kritischer Untergeschosse

Untergeschosse, Tiefgaragen und technische Zentralen gegen Überflutung sichern

Tiefpunkte besonders betrachten

Tiefgaragenrampen, Kellerabgänge, Lichtschächte und abgesenkte Lieferzonen können Oberflächenwasser bündeln und unmittelbar in Gebäude führen. Gleichzeitig befinden sich in Untergeschossen häufig elektrische Verteilungen, Aufzugstechnik, Heizungsanlagen, Kälteversorgung, IT-Komponenten, Archive oder Ersatzteillager. Das Umweltbundesamt empfiehlt unter anderem Aufkantungen, Barrieresysteme und einen funktionierenden Rückstauschutz; bei hochwassergefährdeten Neubauten sollte auch die Notwendigkeit einer Unterkellerung hinterfragt werden.

Kritische Untergeschosse durch Schutzmaßnahmen absichern

Durchgehende Schutzlinie schaffen

Der Schutz darf nicht aus einzelnen, unverbundenen Maßnahmen bestehen. Für das Gebäude wird eine geschlossene Schutzlinie mit einem festgelegten Schutzniveau definiert. Türen, Tore, Fenster, Fugen, Lüftungsöffnungen und Medienführungen werden aufeinander abgestimmt. Aufkantungen und Barrieren dürfen Fluchtwege nicht unzulässig einschränken oder Wasser in andere gefährdete Bereiche umlenken. Auch seitlicher Wasserdruck, Grundwasseranstieg, Auftrieb und die Standsicherheit von Bauteilen sind fachplanerisch zu berücksichtigen.

Bereich

Typischer Eintrittsweg

Vorrangige Schutzmaßnahme

Tiefgarage

Rampe und Entwässerungsrinne

Zufahrtsschutz, Pumpen und frühzeitige Sperrung

Kellerabgang

Treppe und Türschwelle

Aufkantung und druckbeständige Tür

Lichtschacht

Oberflächenzufluss

Erhöhung, Abdeckung und Entwässerung

Elektroverteilung

Raumöffnung und Kabeldurchführung

Hochlagerung und Abdichtung

Serverraum

Boden, Tür und Medienführung

Wasserdichte Schutzzone

Aufzugsschacht

Tiefpunkt des Gebäudes

Wasserwarnung und geregelte Außerbetriebnahme

Archiv oder Lager

Türöffnungen und Rückstau

Verlagerung oder robuste Lagerung

Kritische Technik höher anordnen

Besonders empfindliche oder für den Wiederanlauf unverzichtbare Anlagen sollten möglichst oberhalb des erwarteten Wasserstands angeordnet werden. Dies betrifft Schaltanlagen, Steuerungen, Server, Telekommunikation, Sicherheitsstromversorgung und zentrale Ersatzteile. Wo eine Verlagerung nicht möglich ist, kommen erhöhte Sockel, druckwasserdichte Räume, abgedichtete Durchführungen oder eigenständige Einhausungen infrage. Leitungsführung und Abschaltmöglichkeiten sind so zu gestalten, dass eine Teilüberflutung nicht unnötig das gesamte Gebäude außer Betrieb setzt.

Tiefgaragenbetrieb gesondert regeln

Für Tiefgaragen werden Zufahrtssperrung, Nutzeralarmierung und Räumung als eigener Prozess geplant. Eine automatische Schranke verhindert nicht zuverlässig das Einfahren in eine gefährdete Garage. Benötigt werden eindeutige Anzeigen, Sperreinrichtungen und ein frühzeitiges Räumungssignal. Personen dürfen bei steigendem Wasser nicht zum Schutz oder zur Bergung von Fahrzeugen in Tiefbereiche geschickt werden. Das BBK weist darauf hin, dass der Aufenthalt in einem überflutungsgefährdeten Keller lebensgefährlich sein kann.

Kontrollierte Überflutung mitdenken

Ein vollständig wasserdichter Schutz ist nicht an jedem Bestandsgebäude technisch oder wirtschaftlich erreichbar. In solchen Fällen kann eine kontrollierte Schadensbegrenzung sinnvoller sein. Dabei werden robuste, leicht zu reinigende Bereiche zugelassen, während Personen, kritische Technik und umweltgefährdende Stoffe konsequent geschützt werden. Pumpen, temporäre Barrieren und Wiederanlaufmaßnahmen ergänzen das Konzept. Das verbleibende Restrisiko wird transparent dokumentiert und von der verantwortlichen Organisation ausdrücklich akzeptiert.